Zürcher Trend Ausgabe 19/26

Der Zürcher Trend vom 12. Mai 2026

Zürcher Börsenbriefe - Zürcher Trend Ausgabe 19/26

 

Kommt es in den USA und anderen westlichen Ländern wegen des Ölpreisschocks zu einer Stagflation wie in den 70er Jahren oder nicht?

Wirtschaftsgeschehen ist ein dynamischer Prozess. Bei unserer letzten Analyse zu dem Thema ergab sich eine 35 %-Wahrscheinlichkeit für eine Stagflation. Wir hatten ergänzt, dass diese mit den richtigen Massnahmen ohne Probleme noch abgewendet werden könne. Wie ist die Entwicklung seither? Ein Update:

Die Signale divergieren weiterhin.

Was sich am Ende als stärker erweist, ist noch nicht zu ermessen. Auf der einen Seite verharrt der Ölpreis nahe seinem Vier-Jahres-Hoch, was für viele Unternehmen eine Belastung abgibt und über Zweitrundeneffekte die Inflation potentiell anheizt. Auf der anderen Seite zeigt der US-Arbeitsmarkt keine Krisensymptome, die KI sickert in immer mehr realwirtschaftliche Prozesse ein und der US-Aktienmarkt bewegt sich in der Nähe neuer Rekorde.

Bei den bisher vorgelegten Quartalsberichten ist keine Schwäche auszumachen.

Allerdings hatten die Analysten die Prognosen im Vorfeld sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn heruntergeschraubt, so dass es leichter fiel, sie zu übertreffen. Nichtsdestoweniger ist gegenüber den Vorquartalen ohne Krieg, offener Strasse von Hormus und normalen Ölpreise keine gravierende Verschlechterung erkennbar. Auch die Ausblicke bleiben optimistisch.

 

Marktanalyse

  • Stagflationsrisiko sinkt wegen des flächendeckenden Einsatzes von KI auch in der Industrie.
  • China stagniert kurzfristig, wird aber auf lange Sicht wieder die führende Wirtschaftsmacht der Welt werden.

 

Aktien im Fokus

  • Xiaomi erreicht Automotive-Profitabilität schneller als einst Tesla.
  • Beijing Yunji Technology verkauft Roboter an Hotels und Spitäler weltweit.
  • China Star Entertainment orientiert sich neu.
  • Impro Precision Industries zeigt eine starke Marge.
  • Swiss Life leidet unter Gegenwind im Immobiliensektor.
  • Hochtief strahlt über volle Auftragsbücher.