Zürcher Goldbrief Ausgabe 03/26
Der Zürcher Goldbrief vom 20. März 2026
Die März-Ausgabe 2026 schlägt den Bogen von Frankfurt am Main und den Goldbeständen der Deutschen Bundesbank hin zu den grossen geopolitischen Verwerfungen der Gegenwart. Im Mittelpunkt steht vor allem die Eskalation im Nahen Osten nach den Angriffen auf den Iran. Die Redaktion beschreibt eine Welt, in der Lieferketten, Energiepreise und Inflationssorgen erneut unter Druck geraten und in der die Unsicherheit an den Finanzmärkten spürbar zunimmt.
Eigentlich wären das klassische Argumente für weiter steigende Goldpreise. Tatsächlich zog Gold Anfang März zunächst auf rund 5.300 US-Dollar je Feinunze an, ehe eine spürbare Korrektur einsetzte und die Notierungen bis Mitte März auf knapp 4.700 Dollar zurückfielen. Als Erklärung verweist die Ausgabe auf Verluste an den Aktienmärkten, Margin Calls und die Sorge, dass steigende Energiepreise eine Phase höherer Zinsen verlängern könnten. Der grundsätzliche Aufwärtstrend bei Gold sei damit jedoch noch nicht gebrochen.
Entscheidend dürfte nach Einschätzung der Redaktion sein, wie lange die aktuelle Krise andauert. Je länger die militärischen und wirtschaftlichen Spannungen anhalten, desto eher könnten sich Zwangsverkäufe wieder legen und Gold seine Rolle als Absicherung in unsicheren Zeiten erneut stärker ausspielen. Zusätzlich verweist die Ausgabe auf weitere Belastungsfaktoren wie den Krieg in der Ukraine, die schwache Konjunktur in Europa, Unsicherheiten in Venezuela, die Taiwan-Frage und die Entwicklung in Japan.
Weniger robust zeigt sich Silber. Das Edelmetall bleibt durch seine Rolle als Industriemetall stärker von konjunkturellen Risiken abhängig. Zwar gibt es laut Ausgabe kurzfristig Impulse etwa durch eine höhere Nachfrage im Bereich Solartechnik, doch unterm Strich dominieren derzeit die Sorgen vor wirtschaftlicher Schwäche und ausbleibenden politischen Impulsen. Entsprechend fiel der Silberpreis bis Mitte März auf rund 70 Dollar je Feinunze, nachdem zu Jahresbeginn im Hoch noch mehr als 120 Dollar gezahlt wurden.
Insgesamt zeichnet der Zürcher Goldbrief das Bild eines unruhigen Anlagejahres 2026. Gold bleibt aus Sicht der Redaktion ein stabilisierender Faktor in einem zunehmend fragilen Umfeld, auch wenn zwischenzeitliche Rücksetzer jederzeit möglich sind. Neben der geopolitischen Lage rückt dabei vor allem der schwer kalkulierbare Einfluss von Donald Trump in den Fokus. Anleger brauchen nach Ansicht der Redaktion starke Nerven, eine klare Strategie und die Bereitschaft, mit anhaltender Volatilität zu leben.
Die Themen der aktuellen Ausgabe:
- Kriegszeiten: Der Konflikt mit dem Iran, die Strasse von Hormus und die Folgen für Energiepreise, Inflation und Weltwirtschaft
- Goldpreis im Sinkflug?: Warum Gold trotz Krisenumfeld zunächst korrigierte und welche Rolle Margin Calls spielten
- Eine Frage der Zeit: Weshalb ein anhaltender Konflikt dem Goldpreis wieder neuen Auftrieb geben könnte
- Krisen über Krisen: Ukraine, Europa, Venezuela, Taiwan und Japan als weitere Unsicherheitsfaktoren
- Gute Quoten: Hohe Erwartungen an eine Rückkehr des Goldpreises über 5.000 Dollar
- Silber hat es schwer: Zwischen Edelmetall-Status, Industrienachfrage und deutlicher Preiskorrektur
- Chancen sind vorhanden: Rücksetzer bei Gold könnten in einem angespannten Umfeld auch Einstiegsgelegenheiten sein
- Keine Erholungspausen: Warum Anleger 2026 weiterhin mit hoher Dynamik und neuen Störfeuern rechnen müssen
- Der Trump-Faktor: Politische Unberechenbarkeit aus dem Weissen Haus als zusätzliche Marktvariable
- Es wird ungemütlich: Gold bleibt der sichere Hafen in einem Jahr voller Unsicherheit und steigender Risiken
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