Zürcher Trend Ausgabe 36/26

Der Zürcher Trend vom 09. September 2026

Zürcher Börsenbriefe - Zürcher Trend Ausgabe 36/26

 

An der Wall Street wird im 2. Halbjahr ein noch grösseres Rad gedreht.

Privatanleger können nun auch mit kleinerem Kapital beim Marginhandel mitmischen. Die in der Dot.com-Ära eingeführte Beschränkung auf (Intradayhandels-)Konten jenseits der 25’000 US-$ wurde auf 2’000 Dollar herabgesetzt. Nach Angaben der Finanzaufsicht «FINRA» lag die Margin-Spekulation im Juni schon auf einem Rekordwert von 1,5 Bio. US-$ (+ 49 % zum Vorjahr). Die Folge:

Die Volatilität wird steigen.

In den ersten Wochen seit der Neuregelung ist die Schwankungsfreude eines Modellportfolios aus den 20 meistgehandelten Valoren um 80 % in die Höhe geschnellt. Das ist nicht nur beunruhigend. Einige altgediente Börsianer hatten zuletzt den immer weiter steigenden Anteil der Exchange Traded Funds (ETFs) am Börsengeschehen moniert. Es fehlten die Aktieninvestoren, die die Fehlkursentwicklung nach oben oder unten korrigierten. Das geschieht nun über das Margin-Trading. Allerdings werden von den Retailanlegern auch gerne ETFs über Effektenkredite gehebelt.

Die Neuregelung wirkt naturgemäss in beide Richtungen.

Sie verstärkt Trends, weil auch Investoren mit weniger Kapital aufspringen können. Deren aggregierte Nachfrage lässt die Anstiegswinkel steiler werden. Kalkulieren Sie allein aus der oben genannten Neuregelung eine Steigerung des Handelsvolumens auf mittlere Sicht um 20 %. Auf der anderen Seite war es in der Vergangenheit nicht von Übel, wenn Investoren in schwachen Marktphasen eine gewisse Reserve auf den Konten hatten, damit ihre Positionen nicht gleich zwangsabgewickelt werden mussten.

 

Marktanalyse

  • Margin-Trading wird Schwankungsbreite erhöhen.
  • Krieg führt zu Inflation.

 

Aktien im Fokus

  • Ems Chemie wächst wieder.
  • Accelleron profitiert vom Gas-Geschäft.
  • Gurit bleibt ein Risikoinvestment.
  • Bilfinger hofft auf Aufträge vom Golf.
  • IVU Traffic heimst Order aus Griechenland ein.
  • CaixaBank geht durch die Decke.

 

Obligationen

  • Japan für Short-Spekulation ergänzen.

 

Rohwaren

  • Agrar-Commodities unter Einfluss von El Niño.