Zürcher Trend Ausgabe 25/26

Der Zürcher Trend vom 24. Juni 2026

Zürcher Börsenbriefe - Zürcher Trend Ausgabe 25/26

 

Für «Buy and Hold»-Investoren sind die Zeiten nach wie vor gülden.

Der Rat des Börsenaltmeisters André Kostolany zu investieren, Schlaftabletten zu nehmen und sich in einem Jahrzehnt über ausgezeichnete Gewinne zu freuen, hat in diesen Tagen nichts von seiner Aktualität, Tragfähigkeit und Gültigkeit verloren. In dieser Ausgabe werden wir erläutern, warum wir in Erwartung einer Marktkorrektur taktisch gegenwärtig trotzdem eine Liquiditätsquote von 30 % fahren. Risiken sind zur Optimierung der Vermögensbildung aktiv zu managen! Strategisch gilt aber:

Der lange Zyklus ist bei Weitem nicht am Ende.

Das hat natürlich in der industriellen Revolution der Künstlichen Intelligenz seine Ursache. Ähnlich wie bei der Erfindung der Eisenbahn, des Computers oder des Internets erwachsen aus einer industriellen Revolution stets Prolongationen von Hausse-Phasen. Es sei in diesem Zusammenhang auf die noch immer lesenswerten Studien von Nikolai Dmitrijewitsch Kondratjew von 1917 verwiesen. Dieser hatte Zeitreihen wirtschaftlicher Kennzahlen aus einer Vielzahl von Ländern untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass grosse Innovationen zunächst das Wachstum über lange Zeit hochhalten, dann aber auch in lange Phasen der Rezession münden. Quintessenz der Studien:

Unterm Strich halten Innovationen das Wachstum am Leben.

Eine Einsicht, die beim damaligen russischen Diktator Josef Wissarionowitsch Stalin, der ja eigentlich den Untergang des Kapitalismus als Forschungsergebnis haben wollte, so schlecht ankam, dass er Kondratjew erst für acht Jahre in den Gulag schickte und nach Verbüssung der Haft den Befehl gab, ihn zum Tode zu verurteilen, was ein Militärtribunal im November 1938 auch treu ergeben erledigte. Die Verlängerung von Wirtschaftsaufschwüngen und Börsenhaussephasen hat ihre Ursache in Verbreitungseekten, die zu Beginn der Innovationen noch ausserhalb des Denkbaren sind. Ökonomie ist ein dynamischer Prozess, der immer neue Anwendungen gebiert, die im Vorhinein nicht zu erahnen sind.

 

Marktanalyse

  • Zyklus kurzfristig bedenklich, langfristig noch mit erheblichem Potential.
  • Allokation kann Schwankungen glätten.
  • Liquidität für Käufe in Korrektur vorhalten.
  • Neues Akronym elektrisiert Tech-Investoren.
  • Gold wird bald wieder ein Thema auf der Long-Seite.
  • Derivate auf KI-Hardware «in progress».
  • Neutron Jack erreicht im ersten Semester fünf Kursverdoppler.

 

Musterdepots

  • Spekulatives Musterdepot entwickelt sich besser als S&P 500.
  • Konservatives Musterdepot entwickelt sich schlechter als MSCI World.
  • Schweizerisches Musterdepot entwickelt sich besser als SMI.
  • Deutschland-Musterdepot entwickelt sich besser als DAX.