Zürcher Finanzbrief Ausgabe 14/26
Der Zürcher Finanzbrief vom 08. Juli 2026
Der Markt will weiter nach oben. Allerdings mit einer neuen Besetzung. Das Kapital dreht seit Ende des 2. Quartals in die Blue Chips. Wir sehen Gewinnmitnahmen bei den Big Techs, die in defensivere Branchen fliessen, aber auch die «Bombe» am Anleihemarkt wurde dank einer Inflationsrate entschärft, die deutlich weniger eskaliert als befürchtet.
Die Erwartungen gehen durch die Decke. Das müssen sie auch, denn der Aktienmarkt hat ausserordentlich hohe Erwartungen eingepreist. Im Kern geht die Wall Street davon aus, dass die Unternehmen im S&P 500 Index in diesem Geschäftsjahr ihren Gewinn um 25 % steigern werden. Bei dieser Prognose dominieren selbstverständlich die Big Techs und AI-Martkführer wie Nvidia, was das Gesamtbild etwas verzerrt, aber nichtsdestotrotz geht es der US-Wirtschaft sehr gut. Man kann links und rechts über einige Randthemen mäkeln, aber der Kern des Wirtschaftswachstums ist gesund. Ganz im Gegensatz zu Europa, wo die Volkswirtschaften im relativen Vergleich zu den USA immer weiter zurückfallen.
25 % Gewinnwachstum haben wir in der letzten Dekade nicht gesehen. Selbst auf dem Peak der Gewinnerwartungen nach den Covid-Lockdowns ergaben sich «nur» Gewinnerwartungen von knapp über 20 %. Und diese Erwartungen hatten sich nicht kontinuierlich durch immer höheres Wachstum aufgebaut, sondern waren durch den einmaligen mathematischen Basiseffekt getrieben, der aus dem Bull-Whip-Szenario nach der abrupten Schliessung der Wirtschaft und der dann folgenden Wiedereröffnung resultierte.
Die hohen Gewinnschätzungen helfen, die Bewertungen niedrig zu halten. Obwohl die US-Benchmarks seit Jahresbeginn und in den letzten 12 Monaten sehr stark gestiegen sind, liegt das geschätzte KGV für die kommenden 12 Monate bei einem Faktor von nur rund 20. Das ist auf den ersten Blick ausgesprochen günstig. Auf den zweiten Blick hängen solche attraktiven Bewertungen einzig und allein an den Schätzungen, die sich auf Rekordniveau bewegen. Und weiter steigen müssen, um nicht im 3. und 4. Quartal das zukünftige KGV durch die Decke gehen zu lassen, was die Rallye ausbremsen würde.
Für das 2. Quartal liegt die Hürde bei 24 % Gewinnwachstum. Gespeist insbesondere aus der IT und dem Energiesektor. Das Umsatzwachstum wird bei 12 % gesehen, was noch einmal die historisch einmalige Margenausweitung unterstreicht.
Die Themen der aktuellen Ausgabe:
- Basiseffekt im US-Energiesektor
- 61,5 % Gewinnwachstum für das 2. Quartal erwartet.
- Der DAX bricht (endlich) aus.
- Neuaufnahmen im Konservativen Musterportfolio
- US-Pharma dreht nach oben
- Bayer: Wird Anderson jetzt Monsanto verkaufen?
- Spin-off oder Zerschlagung?
- Die Wall Street verliebt sich in AbbVie.
- UnitedHealth berappelt sich wieder.
- Wo liegen die Chancen in der Automobilbranche?
- Stock-Picking ist gefragt.
- Volkswagen: Wolfsburg ist auf den Knien.
- Bei BMW und Mercedes halten wir uns weiterhin heraus.
- Continental beginnt, seine langfristige Bodenbildung zu verlassen.
- Bei Tesla warten alle auf den Optimus.
- Erste Rückkäufe bei den Big Techs.
- Zuckerberg versucht, die Stimmung zu drehen.
- Die SaaS-Apokalypse fällt bei Microsoft aus.
- Käufe
- Berkshire Hathaway bricht nach oben aus.
- Stop-Loss-Limits: Update
- Konservatives Musterdepot: Update
- Spekulatives Musterdepot: Update
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