Zürcher Finanzbrief Ausgabe 06/26

Der Zürcher Finanzbrief vom 18. März 2026

Zürcher Börsenbriefe - Zürcher Finanzbrief Ausgabe 06/26

 

Hohe Energiepreise sind ein Wachstumskiller. Sie finden weltweit kein Land, das nachhaltig prosperiert und gleichzeitig überdurchschnittlich hohe Energiepreise hat. Da Energie in alle wichtigen Produktions- und Dienstleistungsprozesse einfliesst, hat sie eine quasi omnipotente Bedeutung und beeinflusst die Preisbildung erheblich. Eine Bedeutung, die noch dadurch erhöht wird, dass viele Energiepreise am Spot-Markt gebildet werden. Was in Phasen eines Angebotsüberhangs ein Segen für die Verbraucher ist, aber bei einer Angebotsknappheit über Nacht zu einem Fluch wird. 

Die Börse weiss genau, wie der Hase läuft. Entscheidend ist nicht nur, wie stark die Preise für Öl und Gas aktuell durch den Engpass im Persischen Golf getrieben werden, sondern vor allem auch, wie lange die Phase anhält. Kurse über 100 US-Dollar je Barrel sind das eine. Dauert die Episode nur wenige Wochen, bleibt kein nachhaltiger Schaden für das Wirtschaftswachstum, auch wenn die Aufregung gross ist. Bleibt die Strasse von Hormus hingegen über Monate hinweg unpassierbar, dann drückt sich das schnell in den Bewertungen am Aktienmarkt aus. Die Anleger sind in einer solchen Phase sehr risikoavers. Wir haben in den letzten Wochen erheblich den Liquiditätsanteil aufgebaut und die institutionellen Investoren machen es im Grunde nicht anders. Da Liquidität in institutionellen Portfolios verpönt ist, weicht man dann auf alternative Instrumente aus. Seien es Absicherungen über Short-Instrumente auf den Gesamtmarkt oder extrem kurzlaufende sichere Staatsanleihen, die quasi wie Liquidität agieren. 

 

ICE Brent Rohöl

 

Die Politik in Europa weigert sich hingegen, die Realität anzuerkennen. Man weiss in Berlin und Brüssel ganz genau, wie schädlich hohe Energiepreise für die eigene Wirtschaft sind. Doch man hat sich selbst in einen Interessenkonflikt hineinmanövriert. Da die Staatskassen durch die zahlreichen Energiesteuern klingeln, wenn die Energiepreise steigen, redet die Politik das Problem klein und versucht, die Steuerquellen durch alternative Argumentationswege zu schützen. Die Jacke ist einem bekanntlich näher als die Hose. Von der Politik ist keine Hilfe zu erwarten.

Ich taxiere den Kipppunkt auf Anfang April. Schafft die Trump-Administration es bis dahin nicht, die Energietransporte im Golf von Persien wieder in Gang zu bringen, dann kippt der Aktienmarkt in eine ausgeprägte Korrektur, die sich durchaus bis zum Ende des Sommers hinziehen kann. Wir bleiben daher in der Defensive. 

 

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

  • New York testet die nächste grosse Unterstützung.
  • Zieht sich der Kampf um die 200 Tage-Linie bis in den Mai hin?
  • Der DAX hängt am seidenen Faden.
  • Hält die letzte Unterstützung bei 23.000 Punkten?
  • Auch Hongkong wird getestet.
  • China-Investments müssen jetzt überprüft werden.
  • Die AI-Rallye stösst an ihre Bewertungsgrenzen.
  • Nicht einmal 1 Billion Umsatz kann die Nvidia Aktie noch bewegen.
  • Nvidia liefert die System, Oracle die Infrastruktur.
  • Einem geschätzten Jahresumsatz von 67 Mrd. US-Dollar stehen 553 Mrd. US-Dollar an Aufträgen gegenüber.
  • Hat die Software-Panik ihren Peak überschritten?
  • Adobe hat alles übererfüllt und wurde dennoch abgestraft. 
  • Hohe Hypothekenzinsen belasten den Immobilienmarkt.
  • Erst Merz, jetzt Trump - steigende Verschuldung und Inflationssorgen drücken das Zinsniveau nach oben.
  • Hohe Zinsen sind Gift für die Hypoport Aktien. 
  • Gegenwind erfährt auch Aroundtown. 
  • Der Tender für GCP ist richtig, aber verwässert erst einmal die Altaktionäre.
  • Käufe
  • CATL verjagt die Short-Seller.
  • Logitech ist unterbewertet.
  • Netflix: InterPositive Akquisition ist ein kluger Schachzug.
  • Roblox Kauflimit ist aufgegangen.
  • Wiedereinstieg bei RWE.
  • Verkäufe
  • Gewinnmitnahmen bei Uniqa
  • Stop-Loss-Limits: Update
  • Konservatives Musterdepot: Update
  • Spekulatives Musterdepot: Update