Voestalpine: Infrastrukturprogramme als Wachstumstreiber

Technologiekonzern will zum Systemanbieter werden

 

Die österreichische Voestalpine hatte in den vergangenen Monaten wie viele andere Werte auch nichts zu lachen. Dabei kam das Unternehmen sprichwörtlich vom Regen in die Traufe. Denn schon im vergangenen Jahr war der Stahl- und Technologiekonzern durch zusätzliche Strafzölle auf Stahl durch die USA in unruhigere Gewässer geraten. Das wurde dann durch die Corona-Krise nochmals verschärft.

Denn wichtiger Abnehmerbranchen wurden hier besonders in Mitleidenschaft gezogen. Natürlich die Automobilindustrie, aber eben auch die Luftfahrtbranche. Denn hier liefert Voestalpine normalerweise wichtige Komponenten für Boeing und Airbus. Einziger Lichtblick derzeit: Durch den Boom im Online-Handel hat die Nachfrage nach Hochregal-Lagern stark zugenommen und da ist Voestalpine sehr gut unterwegs.

 

Bahntechnik im Kommen

 

Und noch ein weiteres Gebiet könnte sich hier in nächster Zeit als Boombranche erweisen. Denn durch die zahlreichen Konjunkturprogramme weltweit kommt es nach Auskunft von Voestalpine auch zu einem erheblichen Ausbau der Bahn-Infrastruktur. Nach eigenen Angaben sollen hier die Auftragsbücher derzeit gut gefüllt sein und die Auslastung bei 100 % liegen.

Dabei sieht sich Voestalpine auch auf dem Weg, aus seinen angestammten Geschäftsbereichen wie hochwertige Gleise und High-Tech-Weichen herauszukommen und sich als Systemanbieter zu positionieren. D.h., man will quasi die komplette Infrastruktur ganzer Strecken anbieten inklusive technischer Überwachung. Derzeit macht das Bahntechnik-Geschäft rund 11 % des Gesamtumsatzes aus. Zwar wird das Unternehmen selbst nicht konkreter, sieht allerdings hierin erhebliches Wachstumspotenzial.

 

Aktie vor der nächsten Stufe?

 

Fazit: Hier liegt also durchaus Fantasie im Unternehmen und im Markt. Und das unabhängig davon, dass man wohl im laufenden Geschäftsjahr (mit Ende März 2021) wohl beim Umsatz noch mal unter dem Vorjahreswert bleiben wird. Immerhin soll der Nettoverlust aus dem vergangenen Jahr mit 222 Millionen Euro auf ein Minus von 168 Millionen Euro verringert werden. Das hilft auch der Aktie, die nun an ihrem nächsten wichtigen Break bei derzeit 21,60 Euro arbeitet. Gelänge hier der Ausbruch, wäre zumindest eine Portfoliobeimischung sinnvoll.

 

Chart Voestalpine

 

04.09.2020 - Carsten Müller - cm@zuercher-boersenbriefe.ch

 







Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur

 

 

 

0 Leser haben diesen Artikel von www.zuercher-boersenbriefe.ch auf einer Skala von 1 bis 5 mit durchschnittlich 0 Punkten bewertet.