Wie tief drückt der Treibstoffschock die Airline-Aktien?
Airlines unter Druck - wo liegen die neuen Gleichgewichtspreise am Ende der Krise?
Die Airlines gehören zu den grössten Verlierern des Iran-Krieges. Der Treibstoffschock treibt nicht nur die Kosten in die Höhe, sondern reduziert auch mittelfristig die Nachfrage aufgrund steigender Ticketpreise. Die Aktien der einzelnen Airlines verdauen die Krise jedoch ganz unterschiedlich.
Die Airlines in Europa und Amerika haben derzeit zwei Probleme: 1) Der kurzfristige Engpass in der Versorgung mit Kerosin. 2) Der mittelfristige Schaden für die Gewinn- und Verlustrechnung in diesem Jahr. Die Geschäftsführungsetagen stehen nun vor einem schwierigen Problem. Sie wollen eine starke Bewertungskorrektur vermeiden, da sie sich die Option offenhalten wollen, im weiteren Verlauf des Jahres eine Kapitalerhöhung durchführen zu können. Je höher die Bewertung, desto einfacher ist das umsetzbar. Gleichzeitig fehlt ihnen aber jeglicher Anhaltspunkt, wie sich das Geschäft vor dem Hintergrund des Iran-Krieges entwickeln wird. Je länger die Preise für Kerosin hoch bleiben, desto grösser werden die operativen Verluste, was wiederum den Druck erhöht, die Treibstoffkosten stärker auf die Kunden abzuwälzen. Worauf die mit einer sinkenden Nachfrage reagieren werden. Da keiner weiss, wann sich die Treibstoffengpässe wieder beruhigen, ist eine Prognose für das 2. Quartal und das Geschäftsjahr kaum noch möglich. Gibt man trotz der hohen Unwägbarkeiten eine Prognose und muss diese dann später nach unten korrigieren, ist der Schaden für den Kurs gross. Zieht man alle bisherigen Prognosen zurück und gibt der Börse keine Guidance, wird sich die Phantasie der Anleger auf ein Worst-Case-Szenario fokussieren, was den Kurs noch stärker drücken kann. Aus Sicht der Airlines ist die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt daher derzeit eine Lose-Lose-Situation.
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