Zürcher Goldbrief Ausgabe 04/26

Der Zürcher Goldbrief vom 20. April 2026

Zürcher Börsenbriefe - Zürcher Goldbrief  Ausgabe 04/26

 

Die April-Ausgabe 2026 des Zürcher Goldbriefs steht ganz im Zeichen geopolitischer Unsicherheit und ihrer Folgen für die Edelmetallmärkte. Im Mittelpunkt steht der Konflikt rund um den Iran, der die Entwicklung bei Gold, Silber und Platin ebenso beeinflusst wie Energiepreise, Lieferketten, Anleiherenditen und Währungsrelationen. Die Redaktion beschreibt ein Marktumfeld, in dem zahlreiche Faktoren gleichzeitig auf die Preise einwirken und eine klare Richtung nur schwer auszumachen ist.

Besonders beim Gold zeigt sich dieses Spannungsfeld deutlich. Einerseits bleibt das Edelmetall in Krisenzeiten ein sicherer Hafen. Andererseits sorgten ein zeitweise stärkerer US-Dollar, Liquiditätsbedarf in nervösen Marktphasen und steigende Anleiherenditen zunächst für Druck. Nach deutlichen Rücksetzern im März setzte im April jedoch wieder eine Erholung ein, sodass sich der Goldpreis bis Mitte April auf mehr als 4.800 US-Dollar je Feinunze steigern konnte.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Notenbanken und dem Dollar-System. Zwar verweist die Ausgabe auf Goldverkäufe einzelner Staaten wie der Türkei und Russland, doch insgesamt bleibt der strukturelle Trend zum Aufbau staatlicher Goldreserven laut Redaktion bestehen. Zugleich rückt der Dollar stärker in den Fokus. Der Goldbrief skizziert erste Risse im System des Petrodollars und sieht in einem schwächeren US-Dollar grundsätzlich Rückenwind für den Goldpreis.

Auch Silber und Platin rücken stärker ins Blickfeld. Beide Metalle profitieren laut Ausgabe von Entwicklungen rund um Energiewende, Wasserstofftechnologie, Solarausbau und den anhaltenden Boom bei KI-Chips. Von Mitte März bis Mitte April konnte Gold um rund vier Prozent zulegen, während Platin knapp sieben Prozent und Silber sogar etwa zwölf Prozent gewannen. Beim Silber verweist die Redaktion zudem auf ein voraussichtlich sechstes Defizitjahr in Folge, da die Nachfrage die Neuproduktion weiterhin übersteigt.

Gleichzeitig warnt die Redaktion vor neuen Belastungsfaktoren. Steigende Energiepreise könnten die Inflation erneut anheizen und damit die Sorge vor höheren Zinsen zurückbringen. Das würde zinstragende Anlagen attraktiver machen und Gold sowie Silber zwischenzeitlich belasten. Insgesamt zeichnet der Zürcher Goldbrief das Bild eines nervösen, aber chancenreichen Marktumfelds. Langfristig bleiben die Perspektiven für Gold aus Sicht der Redaktion konstruktiv, kurzfristig dürfte aber vieles vom weiteren Verlauf des Nahost-Konflikts abhängen.

 

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

  • Krieg und Frieden: Wie der Konflikt mit dem Iran die Edelmetallmärkte, Energiepreise und die geopolitische Lage beeinflusst
  • Notenbanken in der Not: Warum Goldverkäufe einzelner Zentralbanken für Aufmerksamkeit sorgen, der langfristige Trend aber weiter nach oben zeigt
  • Der Dollar gibt die Richtung vor: Weshalb der US-Dollar für Gold, Silber und Rohstoffe derzeit eine Schlüsselrolle spielt
  • Das Ende des Petrodollars?: Welche Veränderungen im internationalen Ölhandel langfristig Folgen für den Dollar haben könnten
  • Niedriger Dollar, hoher Goldpreis: Warum ein schwächerer Greenback den Goldpreis zusätzlich antreiben würde
  • Die Metalle der Energiewende: Welche Rolle Energiekrise, Wasserstoff und Solarindustrie für Silber und Platin spielen
  • Platin und Silber im Aufwind: Warum beide Metalle zuletzt stärker zulegen konnten als Gold
  • Schmuck bleibt gefragt: Wieso Uhren und Schmuck trotz Krisenumfeld und hoher Preise robust nachgefragt werden
  • Die Zinsangst kehrt zurück: Weshalb Inflation und mögliche Zinsschritte zum Risiko für Edelmetalle werden könnten
  • Wohin geht die Reise?: Warum Prognosen derzeit schwierig bleiben und der weitere Konfliktverlauf die Richtung vorgeben dürfte

 

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