Zürcher Goldbrief Ausgabe 02/26

Der Zürcher Goldbrief vom 20. Februar 2026

Zürcher Börsenbriefe - Zürcher Goldbrief  Ausgabe 02/26

 

Die Februar-Ausgabe 2026 stand ganz im Zeichen extremer Volatilität an den Edelmetallmärkten. Neue Rekorde beim Goldpreis – zeitweise über 5.400 US-Dollar je Feinunze – wechselten sich innerhalb weniger Tage mit zweistelligen Rücksetzern ab. Auslöser waren unter anderem politische Entwicklungen in Japan nach dem Erdrutschsieg von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi sowie geldpolitische Überraschungen aus den USA. Die Sorge um Japans Staatsverschuldung, Bewegungen beim Yen und mögliche Auswirkungen sogenannter „Yen Carry Trades“ rückten das Land der aufgehenden Sonne unerwartet in den Fokus der Goldmärkte.

Zusätzliche Turbulenzen brachten die USA: Donald Trump nominierte mit Kevin Warsh einen eher restriktiv auftretenden Kandidaten für die Fed-Spitze, während das jüngste Fed-Protokoll sogar weitere Zinserhöhungen nicht ausschloss. Das dämpfte Hoffnungen auf schnelle Zinssenkungen und setzte spekulative Anlagen wie Bitcoin und Tech-Aktien stark unter Druck. Auch Gold blieb davon nicht unberührt, konnte sich jedoch nahe der Marke von 5.000 Dollar behaupten – getragen von der anhaltenden globalen Krisenlage.

Deutlich heftiger traf es Silber. Nach Rekordständen von über 120 Dollar je Feinunze fiel der Preis binnen weniger Wochen um rund 30 Prozent. Allerdings betrifft der Einbruch vor allem „Papier-Silber“ an den Terminbörsen. Physisches Silber bleibt knapp, Händler berichten von leeren Lagern und langen Lieferzeiten. Analysten wie JP Morgan sprechen eher von einer Bereinigung als von einem nachhaltigen Crash und sehen einen möglichen Boden im Bereich um 81 Dollar.

Die Welt bleibt im Krisenmodus: Krieg in der Ukraine, Spannungen im Iran, wirtschaftliche Unsicherheiten und Zweifel an der Stabilität der Finanzmärkte halten die Nervosität hoch. Gleichzeitig mahnen Stimmen wie Bafin-Präsident Mark Branson zur Vorsicht und verweisen auf Parallelen zu historischen Extremphasen wie 1979. Trotz der Schwankungen bleibt Gold für viele Anleger erste Wahl, insbesondere angesichts der wachsenden Zweifel an Aktienbewertungen und spekulativen KI-Investitionen.

Die Redaktion plädiert für starke Nerven und Geduld. Kurzfristige Panikreaktionen haben sich zuletzt mehrfach als Fehler erwiesen. Auf lange Sicht dürfte Gold auch grössere Rücksetzer ausgleichen können. Entscheidend bleibt, ruhig zu bleiben und die strategische Rolle von Edelmetallen im Portfolio bewusst zu gestalten.

 

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

  • Japan in den Schlagzeilen: Wahlsieg Takaichis, Staatsverschuldung und Rekordgoldpreis über 5.000 Dollar
  • Der Yen im Fokus: Carry Trades und mögliche Interventionen als Treiber für Währungs- und Goldbewegungen
  • Überraschung bei der Fed: Nominierung Kevin Warshs und gedämpfte Zinssenkungserwartungen
  • Die Welt in der Dauerkrise: Geopolitische Spannungen halten Gold auf hohem Niveau
  • Vertrauensprobleme? Historische Parallelen und Warnungen vor fragilen Märkten
  • Silber im freien Fall: 30-Prozent-Korrektur bei „Papier-Silber“, physische Knappheit bleibt
  • Boden und Decke: JP Morgan sieht mögliches Gleichgewicht um 81 Dollar
  • Starke Nerven sind gefragt: Volatilität als neue Realität auch bei Edelmetallen
  • In der Ruhe liegt die Kraft: Geduld und strategische Allokation statt Panikreaktionen

 

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