Zürcher Trend Ausgabe 29/26
Der Zürcher Trend vom 22. Juli 2026
Kompetenz statt Schlagzeilen.
Zwei Ereignisse haben in den letzten Wochen die Hoffnung genährt, dass Pragmatismus in einer Welt der Aufgeregtheiten noch nicht ausgestorben ist. Es wäre ein wichtiges Signal für den Aufbruch. Das eine Ereignis ist das bilaterale Handelsabkommen mit dem Vereinigten Königreich, das andere die kommunikative Wende des FED unter Chair Kevin Maxwell Warsh.
Schweiz verhandelt ausserordentlich clever.
Für ein kleines Land ist es nicht trivial, sich zwischen den Machtblöcken zu behaupten. Es wird immer Anstoss erregen und Machtinteressen in die Quere kommen. Umso höher ist zu bewerten, dass unsere Wirtschaftsdiplomaten inzwischen schon 40 Freihandelsabkommen geschlossen haben, unter anderem mit China, Japan, dem Mercosur oder jetzt eben den Grossbritannien-Deal auf breitere Füsse stellten. Wir haben uns an dieser Stelle mehrfach zu den Vorzügen des Freihandels gegenüber Protektionismus, insbesondere was die Verbesserung der Wohlfahrt anbelangt, positioniert.
Langfristig ist eine Steigerung im Serviceaustausch im Umfang von 7,9 Mrd. Fr. anvisiert.
Das wäre ein Plus von 25 %. Im letzten Jahr belief sich der Waren- und Dienstleistungsaustausch auf 57,8 Mrd. Fr. Bundespräsident Guy Parmelin und der britische Wirtschaftsminister Peter Kyle vereinbarten Rahmenbedingungen für Datenflüsse und den Schutz des geistigen Eigentums. Parmelin schmunzelte, dass es «einer aussergewöhnlichen Kreativität» bedurfte, um die EU-Gremien nicht zu verstimmen, die nach wie vor in der Aussenbeziehung Relevanz behalten. Gerade in geopolitischen Unsicherheiten hilft ein Portfolio aus Handelspartnern, um schnell auf Krisen reagieren, Partner ohne grosse Formalia wechseln und neue Märkte erschliessen zu können. Politische Vorbehalte sind da kontraproduktiv.
Marktanalyse
- Schweiz führt mit Handelsabkommen mit dem UK Wohlstandsstrategie fort.
- US-Notenbank reduziert Transparenz.
- Banken derzeit beliebtester Sektor.
Aktien im Fokus
- Vontobel lässt mit strukturierten Produkten die Kasse klingeln.
- EFG bekommt wieder mehr Geld anvertraut.
- Liechtensteinische Landesbank konzentriert sich wieder auf Heimatregion.
- Hapag-Lloyd erhöht Ergebnisprognose.
- KSB behauptet sich im Maschinenbau.
- Arenit wächst seit Jahren dynamisch.
- ChangXin Memory Technologies lehrt die Chipindustrie das Fürchten.
- Apple verwandelt Inkompetenz in Sachen KI in Wettbewerbsvorteil.
- Palo Alto Networks reagiert auf neue Anforderungen.
- Valero Energy ist besser für die Zukunft aufgestellt als die Konkurrenz.
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