EZB: Zu wenig, zu spät
Der grosse Wurf blieb aus - die EZB bleibt bewusst hinter der Kurve
Die Europäische Zentralbank lieferte heute aus Amsterdam viel, was erwartet wurde und einiges was überraschte. Wie auch in der Vergangenheit blieb man bezüglich der Geld- und Zinspolitik weit hinter der Kurve.
Obwohl die Inflation auf dem höchsten Stand seit 50 Jahren steht und auf Erzeugerebene so stark wächst wie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr, konnte die EZB sich heute nicht zu einer Zinserhöhung durchringen. Die Begründung:
Man hat solange die Zinsen nicht erhöht, man will die Märkte jetzt nicht überfordern. Die letzte Zinserhöhung fand 2011 statt. In die gleiche Richtung ging auch die Argumentation, warum man nicht auf der Sitzung im Juli eine Erhöhung um 50 Basispunkte vornimmt. Schliesslich liegt der Einlagensatz trotz der Rekordinflation immer noch bei -0,50 % p. a. Doch auch hier schob Lagarde einen Riegel vor. Man will, so die Aussage der EZB, den Markt nicht überfordern und wird daher lediglich um 25 Basispunkte erhöhen. Dies sei gute Tradition, die auch andere Notenbanken so pflegen würden.
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