US-Staatsanleihen im Bärenmarkt - Kommt die Inflation über den Terminmarkt?

Metall-Preise explodieren und heben die Inflation an

 

Seit der amerikanischen Finanzkrise hat sich am Kapitalmarkt eine gewisse Selbstgefälligkeit eingeschlichen. Während in den Jahrzehnten davor die Inflation gefürchtet war, hat sich in den vergangenen 12 Jahren die Angst vor der Inflation in eine überschwängliche Hybris und Ignoranz gegenüber der Inflation gewandelt. Angetrieben von allen wichtigen Notenbanken weltweit, die mit immer tieferen Zinssätzen und neuen QE-Programmen den privaten und institutionellen Investoren signalisiert haben, dass nicht Inflation, sondern Deflation das Hauptproblem ist. 

Die Notenbanken förderten ein Crowding-out am Kapitalmarkt. Wer sein Portfolio in den vergangenen Jahren vor zukünftigen inflationären Einflüssen geschützt hat, gehörte automatisch zu den absoluten und relativen Verlierern an der Börse. Wer dagegen sein Portfolio offensiv auf Bewertungssteigerungen ausgerichtet hatte, schwamm ganz vorne mit. Diese Erfahrung hat inzwischen selbst die konservativsten Anleger dazu gebracht, mehr Risiken in ihren Allokationen einzugehen. Auf dem anderen Extrem ergibt sich derweil eine aussergewöhnliche Hybris im Hinblick auf die Bewertungsniveau der meisten Assets. So stark, dass viele Anleger schon gar nicht mehr darauf achten, wie der Preis - nicht der Kurs - eines Wertpapiers ist und ihre Entscheidungen zunehmend auch nicht mehr danach ausrichten, ob der Preis angemessen oder günstig ist. Was zählt, ist nur noch, wo die Herde gerade hinläuft.