Zürcher Goldbrief Ausgabe 09/26

Der Zürcher Goldbrief vom 20. September 2026

Zürcher Börsenbriefe - Zürcher Goldbrief  Ausgabe 09/26

 

Die September-Ausgabe 2026 des Zürcher Goldbriefs steht im Zeichen eines weiter zunehmenden wirtschaftlichen und geopolitischen Drucks. Steigende Energiepreise, die Konflikte am Persischen Golf und in der Ukraine sowie bevorstehende Wahlen in mehreren Staaten verdichten sich nach Darstellung der Redaktion zu einem komplexen Risikoumfeld. Vor allem die knappen Energiereserven und die hohen Preise für Öl, Benzin und Diesel lassen den Spielraum der Politik zunehmend schrumpfen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Folgen der Energiekrise für die Landwirtschaft und die globale Lebensmittelversorgung. Hohe Gaspreise verteuern die Produktion von Stickstoffdünger, während gleichzeitig wichtige Transportwege und Produktionskapazitäten gefährdet sind. Zusammen mit einem erwarteten starken El Niño entsteht laut Ausgabe ein Bedrohungsmultiplikator aus Energieknappheit, Düngemittelmangel, Extremwetter und steigenden Lebensmittelpreisen. Die Redaktion sieht darin ein erhebliches Risiko für Wachstum und gesellschaftliche Stabilität.

Parallel dazu rücken Staatsverschuldung und steigende Anleiherenditen stärker in den Fokus. Je höher die Finanzierungskosten steigen, desto grösser wird nach Einschätzung des Goldbriefs das Risiko eines Vertrauensverlustes in die Schuldentragfähigkeit von Staaten. Vor diesem Hintergrund gewinnt der sogenannte Debasement Trade an Bedeutung. Gemeint ist die Umschichtung von Kapital aus Fiatwährungen und klassischen Finanzanlagen in reale beziehungsweise nur gering korrelierte Vermögenswerte, um sich gegen einen langfristigen Kaufkraftverlust abzusichern.

Damit verbunden ist die These eines neuen Rohstoff-Superzyklus. Rohstoffe weisen laut Ausgabe im langfristigen Vergleich eine relativ geringe Korrelation zu Aktien und Anleihen auf und können deshalb zur Diversifikation beitragen. Hinzu kommt ihre im Vergleich zu Aktien niedrige relative Bewertung. Besonders hervorgehoben werden physische, tangible Vermögenswerte, deren Existenz und Verfügbarkeit nicht unmittelbar von Banken, Handelsplattformen oder einer digitalen Finanzinfrastruktur abhängen.

Gold und Silber nehmen in diesem Szenario eine Sonderstellung ein. Die Redaktion betrachtet beide Edelmetalle aufgrund ihrer jahrtausendelangen Geldgeschichte, Knappheit, Fungibilität und weltweiten Akzeptanz als besonders geeignete Instrumente zur Verringerung von Gegenparteien- und Systemrisiken. Silber zeigt dabei nach den Berechnungen der Ausgabe eine wesentlich engere Preisbeziehung zu Gold als zu Industriemetallen wie Zink. Insgesamt sieht der Zürcher Goldbrief Gold und Silber deshalb nicht nur als Rohstoffe, sondern vor allem als strategische Wertspeicher in einem Umfeld steigender Verschuldung, zunehmender Finanzmarktrisiken und sinkenden Vertrauens in Fiatwährungen.

 

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

  • Der Druck im politischen Kessel steigt: Wie hohe Energiepreise, geopolitische Konflikte und bevorstehende Wahlen den politischen und wirtschaftlichen Handlungsspielraum verengen
  • Die Kriechkälte steigender Energiepreise: Warum sich teure Energie über Düngemittel, Transport und Produktion zunehmend auf Lebensmittelpreise und die gesamte Weltwirtschaft auswirkt
  • Debasement Trade und Rohstoff-Superzyklus: Weshalb steigende Schulden und Zweifel an der Kaufkraft von Fiatwährungen reale Vermögenswerte attraktiver machen könnten
  • Der Charme der tangiblen Assets: Warum physisch vorhandene Vermögenswerte gegenüber rein digitalen Finanzanlagen besondere Eigenschaften im Risikomanagement besitzen
  • Der strategische Wert von Gold und Silber: Weshalb beide Edelmetalle aus Sicht der Redaktion als Wertspeicher, Krisenreserve und Absicherung gegen Gegenparteien- und Systemrisiken dienen können

 

PDF-Download

 

Gratis Börsenbrief

 




Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur

 

 

 

0 Leser haben diesen Artikel von www.zuercher-boersenbriefe.ch auf einer Skala von 1 bis 5 mit durchschnittlich 0 Punkten bewertet.